So geht der Hammer, ja der Hammer der geht so…

Februar 13, 2007


So geht der Hammer und nicht anders

So,

war eigentlich ein sehr ruhiger und entspannter Tag und eigentlich ist nichts besonderes geschehen, bis auf dass die Hobby-Hallenfussballsaison angefangen hat. Auch eigentlich nichts spektakuläres, aber nun muss ich erstmal ein bisschen ausholen um die Besonderheit dieses Montagabends hervorzuheben.

Also, bei dieser Hallenfussballsaison handelt es sich um ein sogenannte „Just for Fun“‘-, Hobbykickerkickgeschichte, wo jeder der Bock drauf hat mal ne Runde buffen kann. Natürlich kicken auch die „Profis“ aus der Fussballmannschaft des Colleges bei dieser Liga mit und bringen eine gewisse Ernsthaftigkeit mit (Nicht, dass ich jetzt hier ernsthaft behaupten würde, dass ich nicht ehrgeizig beim Kicken wäre ;) ).

Mir war dann ja auch schon klar, dass 4 von 5 Mannschaften haupsächlich aus den Superkickern bestehen würden, wobei meinereiner mit ein paar Grotten als Kanonenfutter dienen sollte. Die Rahmenbedingungen waren 5 gegen 5 für 20 Minuten in der ganzen Halle und netterweise haben wir vor dem ersten Spiel noch einen Spieler aus dem erweiterten Kader des Collegestolzes bekommen (Den wollte wohl keiner).

Doch sollte jetzt leider Coach Knalltütes grosser Auftritt kommen, denn dieser hatte entschieden, dass die Millionarios nicht mit den Normalsterblichen (Me, Myself und the Rest of the Rumpelfussballers) spielen und nur mit anderen Ausnahmefussballern aus dem Collegeteam spielen durften (Danke, Coach Chaos! Hätte da schon früher mal hellhörig werden müssen, vor allem als der mir echt mal n Trainingsprogramm nach Deutschland zugeschickt hat), was bedeutete, dass alle anderen Teams jetzt 3 bis 4 Auswechselspieler hatten und wir keinen Einzigen.

Die Niederlage war vorprogrammiert, doch dann sollte das „Wunder von Norfolk“ geschehen, was mich stark an jeden amerikanischen Sportfilm erinnerte: Die sogenannte „Mighty Ducks-Parabel“ trat ein! (Unglaublich beschissenes Team ohne die kleinste rechnerische Chance auf den berühmt-berüchtigten Blumentopf, gewinnt am Ende doch, weil Hässlichkeit sich im Leben immer durchsetzt oder so…)

Chancenlos, ausgebrannt, alterschwach, das waren die besonderen Attribute meines Teams, doch dank einer gesamtmannschaftlichen Glanzleistung unter dem Kommando des deutschen Abwehrgorillas haben wir doch glatt schon mal schön das erste Spiel mit 3 zu 1 gewonnen. Herrlich und unmittelbar vor Coach Knalltüte.

Die Superkicker aus der Fussballmannschaft wollten die Niederlage nicht wirklich wahrhaben und so schlug die Stimmung ziemlich schnell um (Endlisch normaaaale Leute!) . Netterweise wurde meinem Team nach dem Spiel auch noch der Handschlag verweigert. Das ist Fairplay, ihr Vollpflaumen, ihr!

Im zweiten Spiel haben wir dann leider nur 1 zu 1 gespielt, weil ich ja unbedingt beide Tore erzielen musste, aber der Respekt war uns auf jeden Fall mal sicher und hätten wir noch vielleicht einen Auswechselspieler gehabt, dann… Ach lassen wir das!

ALLES TUTTI


Industrieromantik trifft Ballermann 6

Januar 28, 2007


Nee, is klar!!!

Hilfe, ich war in einer amerikanischen Discothek (oder was auch immer das gewesen sein soll) und ich weiss gar nicht gar nicht wo ich anfangen soll.

Die Bar war eigentlich ganz nett gelegen (so am Wasser halt, besser gesagt, so am Hafen von Norfolk), aber das war glaub ich auch schon alles. In der Disco war als wir gegen 10 Uhr ankamen noch exakt gar nichts los. Nur ein paar traurigdreinblickende Mitvierziger standen am „Buffet“ (Käsepieker, undefierbare Tunke und eigenartig frittierte Fettkringel) und jagten sich einige Longdrinks aus Plastikbechern in die Birne .

Auf dem mechanischen Bullen in hinteren Teil des „Gute Laune-Tempels“ reiten abwechselnd irgendwelche dicken Mamas, die sich nur mit sehr viel Mühe auf den Bullen hieven und dann nach einem ungefähr dreisekündigen Intermezzo den Bullen in sehr artistischer Art und Weise wieder verlassen. Hinter den zahlreichen Bars arbeiten ein paar überdurschnittlich gut ausgestattete Blondinen (wenn da mal richtig in die Zukunft investiert wurde?), die den Standartbesucher zum Trinken anheizen sollen, doch das ist eigentlich gar nicht nötig. In dem Etablissement ist nämlich rein gar nichts los und der DJ, wenn er mal nicht ins Mikro brüllt und die Songs mitzusingen versucht, zerstört jeden Ansatz von guter Laune indem er alle Songs nur ca. 2 Minuten anspielt und dann gekonnt in den nächsten Song „faded“.

Die Bar Norfolk hat den Charme einer deutschen Grossraumdiskothek in der gerade eine „Mallorza“-Tribute Party stattfindet und die volltrunkene Bauernmeute auf einen Aufritt von Micky Krause wartet, um dann gemeinsam den „Zehn nackten Friseusen“ zu huldigen und mal so richtig “abzufeiern“(woraus setzt sich dieser Begriff eigentlich zusammen? Feiern und reihern?).

Nach und nach füllt sich der Laden, aber es wird nicht besser und eher das Gegenteil von „besser“ trifft ein. Nach ein paar Songs fordet der DJ die weiblichen Gäste zum Tanz auf der Bar auf, denn es ist ja schliesslich auch Ladies Night (besitzt der Begriff „Lady“ nicht normalerweise etwas vornehmes, graziles,…?) . Mir wird vom Zugucken schlecht und beinahe verliere ich das Bewusstsein, denn soviele schöne Menschen habe ich lange nicht mehr gesehen.

Es wird Zeit zu gehen und ich beschliesse, dass ich hier jetzt jede Woche hinkommen werde, denn das Motto des Clubs „No Attitude, No Theme! -Bar Norfolk“ (und wo habt ihr das „No Fun“ gelassen) trifft den Nagel auf den Kopf.


Geschmackssache

Januar 14, 2007


Geschmacksverbrechen Nr 1


Geschmacksverbrechen Nr 2


Geschmacksverbrechen Nr 3

Tja, wie versprochen widme ich mich nun mal dem sehr sensiblen Thema „Kleidung“. In einigen vorigen Blogeintraegen bin ich darauf ja schon ein bisschen eingegangen, aber nun wird es Zeit mehr ins Detail zu gehen.

Bildbeispiel Nr 1 veranschaulicht die gaengige Urlaubs-/ Freizeitkleidung eines grossen Anteils aller Amerikaner: Schirmmuetze fuer den ultimativen Sonnenschutz, Hawaii-Hemd um die lockere Grundeinstellung zum Leben zu simulieren, denn das Hawaiihemd verkoerperlicht die Kontakfreundlichkeit und gute Laune des Traegers. Die Gesamterscheinung wird gerne durch beige Khaki-Shorts und blitzeblanke Tennisschuhe abgerundet, denn wenn einem 2/3 des Koerpers schon egal sind, warum sollte man sich dann bitteschoen um das letzte Drittel kuemmern? Nicht vergessen darf man natuerlich auch die formschoene Bauchtasche und den Haengegurt fuer den Camcorder, mit dem dann der ganze Urlaub lueckenlos dokumentiert wird. Vetreter dieses Kleidungsstils waren in Las Vegas in der klaren Ueberzahl, aber keine Sorge, man kann diese auch in jeder mittelpraechtigen Kleinstadt antreffen, denn laesst man Camcorder und Fotoapparat weg, so erhaelt man auch einen 1A Wochenendschick. Einfach schoen!!!

Bidlbeispiel Nr 2 veranschaulicht eine gaengige Problematik. Ich nenne sie das „Mucki-Man-Syndrom.“ Dieses Syndrom wird durch ueberproportionelles Krafttraining hervorgerufen und ist sehr verbreitet. Wenn man nun versucht einen 50-Arm in einen Anzug von der Stange zu stecken, dann sieht das immer klasse aus und macht einiges her. Die Gesamterscheinung wird oftmals dann auch noch eine grausame Krawatte abgerundet, die so aussieht als wenn der Traeger sie bei einem KiK-Raeumungsverkauf in Deutschland umsonst bekommen haette. Obendrauf kommt noch (darf man auf keinen Fall vergessen), dass Anzuege oftmals auch mal gerne nicht in konservativen Farben wie grau, blau, schwarz getragen werden, sondern es schonmal gerne baby-blau sein darf. Uaaarrghhhhhhhhhh!!!

Bildbeispiel Nr 3 veranschaulicht wie sich die amerikanischen Girls zu besonderen Anlaessen gerne kleiden. Diese Kleider sind ein wahres Polyester-Paradis mit puffigen Puff-Aermeln und tiefen Auschschnitte fuer noch tieferer Einblicke (nicht immer vorteilhaft), sowie geile Farbenkombinationen wie rosa (besonders passend wenn man dann auch noch selbst aussieht wie Schweinchen Schlau), auch gerne baby-blau (soll wohl unschuldig wirken?) oder gelb, gruen, etc. Himmelhilf!!!

I am ugly too


Oh…Oh…Oktoberfest

Oktober 10, 2006


Jodelahiti und ein allgemeines Gruess Gott!

Freitag war Oktoberfest und ich bin immer noch ganz begeistert wie die Diversitaet unserer deutschen Kultur zelebriert wurde oder soll ich doch lieber sagen, unserer bayrischen Leitkultur… Denn fuer den Amerikaner sind der adrette Schnauzbart-Gustl im Lederhosenchic und die barbusige Dirndl-Vroni Deutschland an sich. Bierselige Schunkelmusik und wohltemperiertes und ungewuerztes Ethno-Gemansch, das aus undefinierbarer Sauce, einem Hotdogwuerstchen, Rotkohl in einer mir bisher komplett unbekannten Form und lauwarme Kartoffelmasse bestand, waren der verdiente Lohn fuer meinen Mut mich als stolzer Repraesentant der norddeutschen Minderheit auf dem Oktoberfest blicken zu lassen.

Der als Bayer fuer Arme verkleitet DJ und die faeschen Deutschlandfaehnchen deuteten schon auf das Allerschlimmste hin und als dann auch noch Heino aus den Boxen droehnte war es um mich geschehen… Ging es noch weiter bergab? Ja! Nach einem Best of Oktoberfest-Fetenhits 96 Sampler, wurde dann auch noch die deutsche Nationalhymne gespielt. Waehrend ich mich mit der Nachspeise abkaempfte, hatten sich schon einige Familien um meinen Tisch versammelt, da sie die Minority of One ausgemacht hatten. Von nun an musste ich Fragen zu 10.000 Jahren germanischer Geschichte beantworten, den 2.Weltkrieg bilanzieren und natuerlich auch ueber unsere aktuelle Situation berichten, in Folge dessen sich dann doch die Zeit davon schlich und ich mich nach 2 1/2 Stunden von dannen machte…

Gude Freundeee kann niemoand drennen,…



Mmmmmmm, wie bei Muttern…


At the Barbershop…

September 22, 2006


Schnipp, Schnapp….

Ja Kinners, Vatter war gestern beim Friseur und was soll ich Euch erzaehlen, so ein Besuch in einem richtigen Barbershop (Vergleiche mit den gleichnamigen Film sind hierbei durchaus erwuenscht) ist auf jeden Fall mal ein Versuch wehrt.

Bin mit meinen Roommate nach unserem letzten Kurs zu einem richtigen Barbershop gefahren und den kann man mal gar nicht mit sonem schnoeseligen Berlin-Mitte Haarsalon vergleichen, wo einem eine ausgemergelte Enddreissigerin mit blonden Haaren und rosa Straehnenpony den neuesten Trend fuer 25 Euros aufzuschwatzen versucht, sondern einen richtigen afroamerikanischen Haartempel, wo der Kunde noch Koenig ist und auf ein Rundumprogramm zurueckgreifen kann, dass selbst Udo Walz die Schere rostet.

Dennoch war es gar nicht so einfach dem Friseur meine spezifischen Vorstellungen zu vermitteln…
Hindernisse, die ich ueberwinden musste:

  1. 99,9% aller Kunden des Universal Cuts-Haartempels waren bis gestern schwarz…
  2. Der Kunde des Universal Cuts Haartempels an sich sagt einfach: „Yo, make it look good“, setzt sich in den Sessel und dann macht der Friseur es gut…
  3. Fuer Weisse, also fuer mich, gibt es auch ein Poster, auf dem man die Frisuren nach Nummern auswaehlen kann. Nummer 1 war z.B. Pisspottschnitt und Nummer 2 ein klassischer Vokuhila…etc. Sehr schoen…
  4. Vokabeln wie „stufig“ oder „volumig“ fallen einem doch selten im passenden Moment ein…
  5. Der Frisuer hat mich kurz gemustert, mich nach meinem drolligen Akzent gefragt und dann die kommenden 45 Minuten geschwiegen und an meinen Kopf rumgewerkelt…

Und was soll ich sagen, ich bin auf jeden Fall zufrieden und warte einfach die naechsten zwei Wochen ab. Dann sind die Narben verheilt, die Haare nachgewachsen und das Leben kann weitergehen!

Blondes Maedchen, schuettel Dein Haar fuer mich…


Ringelpietz mit Anfassen…

September 7, 2006


„…zwei nach links, der Wiegeschritt…“

Wer in seinem Leben schonmal das grosse Glueck hatte sich fuer einen kostenfreundlichen Pauschalurlaub in der ersten Reihe entschieden zu haben, weiss vermutlich wovon bei „Clubtaenzen“, bzw. „Massenchoreographien“ die Rede ist. Fuer alle Anderen folgt zunaechst ein kleiner Ausflug in die uns bekannten Gefilde, „Der Deutsche im Ausland“. Anschliessend werde ich naeher auf das von mir beobachtete amerikanische Phaenomen eingehen…

Fuer Deutsche im Pauschalurlaub gilt dabei die folgende Faustregel:

Bierselige Erholungsprofis im Adilettenausgehdress (gerne aus der Schwermetalbranche) plus paarungswillige Sonnenstudiogaengerinnen mit Arschgeweih (heisst halt so), geteilt durch dunkelbraungebrannte Lebensgeniesser, Allesneider und Jugendhasser (kurz: Rentner). Ergebnis: Lebensfreude pur.

Besonders beim hoteleigenen Integrationsprozess, dem Clubtanz… Hierbei versucht jeder der genannten Teilnehmer, so gut wie moeglich natuerlich, die vollkommen absurden Verrenkungen der Animationssoeldner nachzuahmen. Passende Begriffe aus den Songs werden in hoechst kuenstlerischer Art und Weise, phantomimisch in die Gesamtperformance eingeflochten und ermoeglichen es selbst dem groessten Bewegungslegasteniker in das Geschehen einzugreifen: Es kommt zu einem kollektiven Clubtanz. Dieser wird mindestens dreimal pro Tag performt und versammelt so die bunte Urlauberschar in der Naehe des Pools vor dem kollektiven Ueberfressen am all-inclusive Buffett (dazu ein andernmal mehr…) und laesst sie jegliche Klassenbarrieren fuer die kommenden fuenf Minuten vergessen…

Ich konnte hier am letzten Wochenende einige Parallelen entdecken, wurde aber gleichzeitig von spezifischen Unterschieden ueberrascht. Zunaechst einmal funktioniert beinahe jedes Event auf dem Campus nach Schema X: Kombiniere Unterhaltung und lecker Fast Food-Hapa-Hapa miteinander und schon kommen wenigstens ein paar Leute und nehmen an der Aktion teil. Pizza oder Hamburger sichern einen rapiden Teilnehmeranstieg und wenn es dann noch lecker Blubberbrause gibt, ja dann kann gar nichts mehr schiefgehen. Die Parallelen (Essen und Trinken) zu uns Deutschen sind hierbei unverkennbar, obwohl wir uns primaer mit einer deutlich juengeren Zielgruppe auseinandersetzen. Sobald jedoch der eiskalte (Anm.der Red.: Heute mal weniger Anglizismen) DJ auf mehrfachen Wunsch die richtige Platte auflegt, wird man unmittelbar eines Bessseren belehrt und ein Vergleich zu der Synchronitaet der Morgengymastik einer chinesischen Volksschule ist hier durchaus angebracht. Praezision, Technik und Hingabe dominieren die naechsten fuenf Minuten und enden in der Wiederholung des ebenerlebten Spektakels…Hoert das denn nie auf? Auf jeden Fall nicht so lange es noch genug Happa-Happa und Blubberbrause gibt…

I am the Lord of the Dance…


Flippern rocks oder wie Shawn Michaels zu Gott fand…

September 4, 2006


Habe am Wochenende mehrere Stunden vor dem Fernseher verbracht und bin dabei auf meine neue Lieblingsshow gestossen. Ich war so gebannt, dass ich doch glatt den Namen vergessen habe…

In dieser Show auf dem Bibelsender sitzt nun jener Shawn Michaels aka. The Heartbreak Kid, WWF-Wrestler der allerersten Stunde, Frauenschwarm und Jugendidol der Generation Gameboy und plaudert mit dem Moderator in der sehr lauschigen Atmosphaere wie er zu Gott gefunden hat. Michaels, versehen mit einer Stimme, die nur aus zig Jahren exzessiver Schnapsolympiade und einem Hang zu ungefilterten Lungentorpedos resultieren kann, wird im Laufe dieser Sendung mit den dunklen Seiten und vielen schmutzigen Details seiner Karriere ausserhalb des Rings konfrontiert. Doch er fand den Draht zu Gott und nach ungefaehr 30 Minuten darf Michales dann, nachdem er noch eine Gebet fuer die Zuschauer spricht, seine Biographie (Heartbreak&Triumph:The Shawn Michaels Story) in die Kamera halten und ein schaurig-schlechter Saenger (Ein Vergleich mit jedem Interpreten der Sendung „Musikexpress“ auf dem Offenen Kanal Bremen ist hierbei durchaus gerechtfertigt) beendet den Seelenstriptease…

I’M A BELIEVER


Gute Nacht Marie…

August 27, 2006

Die erste Woche ist schon vorbei und auch der erste grosse Partyabend ist ueberstanden. Ich selbst habe es zwar nicht auf die coole Party im Baseballteamclubhaus geschafft, aber wie kann man es als Deutscher auch wagen keinen Alkohol zu trinken und nichtmal andere Drogen zu konsumieren. Dennoch bin ich in VIII (Village III, das ist da wo was abgeht, denn da wohnen die Juniors und Seniors) gegangen und habe mich dort mit vielen interessanten Menschen unterhalten… So war es mir moeglich im Laufe des gestrigen Abends einige interessante Notizen fuer meine Feldstudie „Der Amerikaner an sich“, Kapitel I.I. „Erscheinungsformen“ zu machen.

  • Der coole Checker: Der coole Checker zeichnet sich dadurch aus, dass er fast wie eine 1:1 Kopie des neuesten 50 Cents Videos aussieht. Extragrosse Hemden und Hosen bieten ihm nicht nur den ultimativen Tragekomfort, sondern untermalen auch die kiloschwere Goldkette, die er um seinen Hals traegt und die bei steigender Nervoesitaet alle zwei Sekunden gerichtet werden muss. Die ungeknickte Schirmmuetze, die meist auf Baseballteams/Basketballteams aus Amerika hinweist, erinnert auch an manch einen ruestigen Strebergartenvorsitzenden, der dieselbe Trageweise verinnerlicht hat. Der coole Checker trinkt den selbstorganisierten Fuselalkohol aus grossen roten und sehr unauffaelligen Pappbechern und checkt alles von 18-48 ab.
  • Mamis Liebling: Diese Spezies zeichnet sich neben dem akkuraten Haarschnitt auch durch das Tragen von Polohemden aus. Gerne wird die Schirmmuetze verkehrtherum getragen und das Handgelenk mit einer protzigen Armbanduhr versehen, bzw. aufgewehrtet. Man hat Geld und man zeigt es halt, bzw. man hat keins und man versucht es zu verstecken. Muttis Liebling betritt die abendliche Ausgehbuehne mit ordentlich Schiefgang, da er schon heimlich und ganz alleine mindestens zwei Lightbeer in seinem verschlossen Zimmer getrunken hat. Ein stechender Blick und die sich im zehnsekundentaktwiederholende Floskel „Yo Dude“ helfen alle bisher bestehenden Verstaendigunsbarrieren zu ueberbruecken und ihn an das allebendliche Ziel zu befoerdern: Den Pupillenstillstand
  • Girlie: Diese Spezies zeichnet sich auf den ersten Blick durch den wirklich viel zu knappen Minirock und die von Mutti ausgeliehen schwarzen Pumps aus, die in ihrer Kombination schamlos die Fastfoodsuenden und Gewebeschwaeche dieses Individuums enttarnen. Eine interessante Schminktechnik, die mich stark an die zurecht unterbezahlten Labertaschen von Home Shopping Europe erinnert, runden das Erscheinungsbild ab. Diese Spezies transportiert den organisierten Alkohol gerne in Wasser-, bzw. in Gatoradeflaschen, was ihr meist einen kleinen Vorsprung vor den RAs (Residence Assistants) und Security Typen beschehrt. Oftmals vergeblich wartet diese Spezies auf den Ritterschlag, eine Einladung in einen der vielzu teuren Clubs durch einen Upperclassmen und gibt sich dementsprechend auch mit einer Micky Krause-Tribute Party im ortsansaessigen Baseballvereinsheim ab.
  • Der Freak: Der Freak zeichnet sich neben seiner vornehmen Kellerbraeune durch das tragen von eigenartigen T-Shirts aus. Gerne rundet er sein Erscheinungsbild durch merkwuerdige Assessoires ab, wie z.B. Pentagramme, extragrosse Loecher in seinen Hosen und jedliche Art von Ketten. Er erscheint meist uneingeladen in der Lobby und faellt durch merkwuerdige Sprueche und Kommentare auf. Hier muss noch weiter geforscht werden…
  • Der Nerd: Wird oftmals mit dem Freak verwechselt, unterscheidet sich aber komplett von dem Erstgenannten. Zeichnet sich primaer durch seinen sehr eigenen Koerpergeruch und seine permanente Abwesenheit aus. Meidet jedliche Begegnung und versucht autark in seinem eigenen Kosmos zu ueberleben. Sein Computer und seine interaktiven Freunde ersetzen ihm jedliche Art von realen Freundinnen/ Freunden und helfen ihm ueber den schmerzhaften Verlust von Mutti und Vati hinweg. Gerne heftet sich der Nerd in den ersten Tagen an die Fersen von vermeintlichen Leidensgenossen, doch leider gehoert die Spezies der deutschen Austauschstudenten noch nicht zu ihnen… ;)

Fazit: Die Komaleichen, die gestern noch rumkrakelten als ob sie die Koenige des Campus waeren, sind jetzt nur noch bleiche, verpickelte Haeufchen Elend, die schweigend und schwitzend ihre Pfannekuchen wegatmen.

Er lebt noch…