Las Vegas: Kathedralen der Neuzeit

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So wunderschoen sieht Las Vegas am Tage aus…

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Und so an Sylvester…

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Katzenfutter Deluxe

Nach ungefaehr vier Stunden im Auto kommen wir in Las Vegas an. Ohne grosse Umwege fahren wir ueber den beruehmten Strip und gucken uns schonmal ein paar Casinos aus dem Auto an. Dann fahren wir zu dem Haus meines Bekanntens, denn nur zum Spass sind wir ja nicht hier. Die Eltern meines Bekanntens haben (hatten) hier ein „schoenes“ Haus und wollen dies nun renoviert haben und da ich mich mit Umzuegen und seit Sommer letzten Jahres auch etwas mit renovieren auskenne, beginnt der Spass sogleich. Leider haben die Eltern meines Bekanntens das Haus ohne Mietvertrag vermietet und es sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa, nur ohne Sofa. Dafuer freuen sich hunderte Kakerlaken bester Gesundheit und tanzen die Cucaracha (ay, ay, ay…). Waehrend wir in den naechsten Tagen das Haus renovieren, werden die Abende genutzt um in die verrueckte Welt von Las Vegas einzutauchen.

Mich nervt Las Vegas schon nach ein paar Stunden. Die Casinos sehen schon sehr beeindruckend aus, aber geht es in Las Vegas doch ums „Gamblen“ („Zocken“:Geld in Slotmaschine rein, auf dreimal Kirsche hoffen, wieder nichts, Geld in Slotmaschine rein, auf dreimal Kirche hoffen, tatataaa, nur zweimal Kirsche, wieder nichts,…) und nach ein paar Versuchen habe ich schon keinen Bock mehr. Dazu kommt noch, dass ueberall geraucht werden darf und man kann die Luft in Scheiben schneiden kann, was aber hier niemanden zu stoeren scheint. Merkwuerdig, wo man sonst doch nirgendwo rauchen darf! Egal, ich blicke mich um und ueberall klinpert, klirrt, tutet, rattert und blitzt es permanent. Overkill! Ich fuehle mich wie meine Oma damals in Star Wars (da war ich sechs und meine Oma musste frueher aus dem Film raus, wegen der ganzen Spezialeffekte. Omas halt!!!). Holt mich hier raus!

Sylvester verbringen wir am Buffet des Mandalay Bays und wir hauen ordentlich rein. Puenktlich zum Feuerwerk stehen wir auf dem Strip, freuen uns ueber volltrunkene Amerikaner mit Nervtroeten (jeder Kindergeburtstagsveranstalter, bzw. Besucher weiss wovon ich spreche) und hoffen das 2007 noch besser wird, aber wie soll das bitteschoen ohne Fussball-WM gehen???

Die letzten beiden Tage verbringe ich allein in der Las Vegas und nutze den ersten Tag zu einem mehrstuendigen Spaziergang in die verschiedenen Casinos. Ich laufe durch Venedig, Caesars Palast und stehe unter dem Eifelturm. Die Inneneinrichtung der Casinos ist meist im schlichten Gelsenkirchner Barock gehalten, aber das passt wenigstens zu den Kleidungsstuecken der meisten Besucher, dazu aber spaeter mehr. Abends kehre ich nun in Hotel, Circus-Circus, ein und verkrieche mich in meinem Zimmer, ich hasse Clowns und die gibt es ja gerade in einem Zirkus zuhauf. Jeden Morgen waelzt sich eine Menschenmasse durch das Casino und belagern den ortsansaessigen McDonalds. An meinem letzten Morgen gehe ich zum Supermart und kauf mir erstmal nen Kaffee und nen Croissant und dann gehts nochmal in die andere Richtung den Strip runter, nach Old-Vegas. Toll, einfach toll. Ich freue mich schon auf meine Abreise und auf Virginia.

Nach einer zehnstuendigen Odyssee auf dem Flughafen in Las Vegas komme ich wieder in Virginia an. Jetzt sitze ich hier und denke ueber die vergangenen Wochen nach. War schon eine tolle Zeit, wobei ich bestimmt nicht mehr nach Las Vegas fahren muss, ausser ein Las Veganer zeigt mir seine Stadt aus einer anderen Perspektive.

Las Vegas ist…

  • schmutzig, weil nur die Casinos auf Hochglanz poliert werden
  • langweilig, weil Slotmaschinen alleine keine Stimmung aufkommen lassen
  • nervig, weil alle Amerikaner/innen denken, dass Las Vegas die verrueckteste Stadt der Welt ist und man dementsprechend nur verrueckte Sachen erlebt, gemaess dem Sprichwort „What happens in Vegas stays in Vegas“
  • teuer, weil man dem Gluecksspieler an sich hier permanent das erspielte Glueck aus der Taschen ziehen will
  • amuesant, weil 99% der Amerikaner hier anziehen koennen was sie wollen und dabei trotzdem immer mehr belustigend als adrett (Achtung, besonders wertvolle Wortwahl, denn haette man hier ja auch ruhig mal „scheisse“ schreiben duerfen) aussehen

Ich sichere mir die Rechte an dem Hit „Nie mehr Las Vegas“ (gesungen auf „Viva Las Vegas“) und lasse Nevada und Kalifornien hinter mir…

3 Antworten zu „Las Vegas: Kathedralen der Neuzeit“

  1. Lenny sagt:

    Also mir hat es gut gefallen, was aber auch daran liegen mag, dass ich mich ausschließlich in einem dieser schönen und auf hochglanz polierten Hotels (Signature at MGM Grand) aufgehalten hab ;-) !

  2. key-utah sagt:

    Es scheint mir Du warst NIE in Las Vegas…
    Las Vegas ist vom Essen her das preiswerteste was Dir in USA passieren kann.
    Und wo bekommst Du sonst noch in einem 5 Sternbunker ein Zimmer für unter 100 $.
    Mirage haben wir 75 $ bezahlt im oberen Stockwerk
    Venetian 110 $ und im Bellagio mit View Blick 98 $ und was Du als Gelesenkirchener Barock bezeichnest das ist mir absolut Schleierhaft.
    Ich denke mal Du weisst nicht genau was es ist.
    Die Stadt muss man nicht lieben, die Amis auch nicht und der subjektive Blick ist schon manchmal verschleiert, vielleicht lag’s am Zigarettenrauch.
    Axso, ich als Nichtrauchrer empfand das nicht so, den eines funktioniert bei den Amis und das ist die Klimaanlage die den ganzen Rauch ziemlich schnell verbläßt ;-)
    Meine 5 Cent

  3. maxva sagt:

    Doch, ich bin wirklich dagewesen…Fast ein Jahr her! Wie doch die Zeit vergeht.

    Mit Gelsenkirchner Barock meine ich den unglaublichen Kitsch, der einem von jeder Ecke her die Netzhaut versengt. Subjektivität ist übrigens eine Illusion ;) ! Aber schön wenn es Dir in Vegas gefällt…Ich bleib lieber an der Eastcoast…

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