
Die erste Woche ist schon vorbei und auch der erste grosse Partyabend ist ueberstanden. Ich selbst habe es zwar nicht auf die coole Party im Baseballteamclubhaus geschafft, aber wie kann man es als Deutscher auch wagen keinen Alkohol zu trinken und nichtmal andere Drogen zu konsumieren. Dennoch bin ich in VIII (Village III, das ist da wo was abgeht, denn da wohnen die Juniors und Seniors) gegangen und habe mich dort mit vielen interessanten Menschen unterhalten… So war es mir moeglich im Laufe des gestrigen Abends einige interessante Notizen fuer meine Feldstudie „Der Amerikaner an sich“, Kapitel I.I. „Erscheinungsformen“ zu machen.
- Der coole Checker: Der coole Checker zeichnet sich dadurch aus, dass er fast wie eine 1:1 Kopie des neuesten 50 Cents Videos aussieht. Extragrosse Hemden und Hosen bieten ihm nicht nur den ultimativen Tragekomfort, sondern untermalen auch die kiloschwere Goldkette, die er um seinen Hals traegt und die bei steigender Nervoesitaet alle zwei Sekunden gerichtet werden muss. Die ungeknickte Schirmmuetze, die meist auf Baseballteams/Basketballteams aus Amerika hinweist, erinnert auch an manch einen ruestigen Strebergartenvorsitzenden, der dieselbe Trageweise verinnerlicht hat. Der coole Checker trinkt den selbstorganisierten Fuselalkohol aus grossen roten und sehr unauffaelligen Pappbechern und checkt alles von 18-48 ab.
- Mamis Liebling: Diese Spezies zeichnet sich neben dem akkuraten Haarschnitt auch durch das Tragen von Polohemden aus. Gerne wird die Schirmmuetze verkehrtherum getragen und das Handgelenk mit einer protzigen Armbanduhr versehen, bzw. aufgewehrtet. Man hat Geld und man zeigt es halt, bzw. man hat keins und man versucht es zu verstecken. Muttis Liebling betritt die abendliche Ausgehbuehne mit ordentlich Schiefgang, da er schon heimlich und ganz alleine mindestens zwei Lightbeer in seinem verschlossen Zimmer getrunken hat. Ein stechender Blick und die sich im zehnsekundentaktwiederholende Floskel „Yo Dude“ helfen alle bisher bestehenden Verstaendigunsbarrieren zu ueberbruecken und ihn an das allebendliche Ziel zu befoerdern: Den Pupillenstillstand
- Girlie: Diese Spezies zeichnet sich auf den ersten Blick durch den wirklich viel zu knappen Minirock und die von Mutti ausgeliehen schwarzen Pumps aus, die in ihrer Kombination schamlos die Fastfoodsuenden und Gewebeschwaeche dieses Individuums enttarnen. Eine interessante Schminktechnik, die mich stark an die zurecht unterbezahlten Labertaschen von Home Shopping Europe erinnert, runden das Erscheinungsbild ab. Diese Spezies transportiert den organisierten Alkohol gerne in Wasser-, bzw. in Gatoradeflaschen, was ihr meist einen kleinen Vorsprung vor den RAs (Residence Assistants) und Security Typen beschehrt. Oftmals vergeblich wartet diese Spezies auf den Ritterschlag, eine Einladung in einen der vielzu teuren Clubs durch einen Upperclassmen und gibt sich dementsprechend auch mit einer Micky Krause-Tribute Party im ortsansaessigen Baseballvereinsheim ab.
- Der Freak: Der Freak zeichnet sich neben seiner vornehmen Kellerbraeune durch das tragen von eigenartigen T-Shirts aus. Gerne rundet er sein Erscheinungsbild durch merkwuerdige Assessoires ab, wie z.B. Pentagramme, extragrosse Loecher in seinen Hosen und jedliche Art von Ketten. Er erscheint meist uneingeladen in der Lobby und faellt durch merkwuerdige Sprueche und Kommentare auf. Hier muss noch weiter geforscht werden…
- Der Nerd: Wird oftmals mit dem Freak verwechselt, unterscheidet sich aber komplett von dem Erstgenannten. Zeichnet sich primaer durch seinen sehr eigenen Koerpergeruch und seine permanente Abwesenheit aus. Meidet jedliche Begegnung und versucht autark in seinem eigenen Kosmos zu ueberleben. Sein Computer und seine interaktiven Freunde ersetzen ihm jedliche Art von realen Freundinnen/ Freunden und helfen ihm ueber den schmerzhaften Verlust von Mutti und Vati hinweg. Gerne heftet sich der Nerd in den ersten Tagen an die Fersen von vermeintlichen Leidensgenossen, doch leider gehoert die Spezies der deutschen Austauschstudenten noch nicht zu ihnen…

Fazit: Die Komaleichen, die gestern noch rumkrakelten als ob sie die Koenige des Campus waeren, sind jetzt nur noch bleiche, verpickelte Haeufchen Elend, die schweigend und schwitzend ihre Pfannekuchen wegatmen.
Er lebt noch…
August 27, 2006 um 9:48
hihi, sehr schön! freue mich auf mehr! werde dir mal in ruhe schreiben, wenn ich wieder in kiel bin. nms, ach ne, msn oder so nen krams werd ich mir dann auch mal herunterladen.
reinhauen!
August 29, 2006 um 9:48
Warte bereits ungeduldig auf eine Fortsetzung! Du musst wohl jede Gruppe infiltrieren, um an umfangreiches Infomaterial zu gelangen. Ich würde mit den Girlies anfangen….denke die lassen sich ganz gut infiltrieren
WE WANT MORE!
phate greetz dude. nils
August 31, 2006 um 9:48
Hmmm…ik finde ja, die Stereotypen hier haste noch nich so richtig
ausgeschlachtet, was ist mit den Sportprolls? DIE SO PHUUUUTBALL ODER BÄÄÄSKEZBALLL Zoggn…
oder diese puritanischen schnäpfen???? sowat muss es da doch auch geben…so religiöse fanatiker …quasi PHREÄÄÄKZ!